Freitag, 22. Februar 2008

Generalprobe

Gestern war nun also die Generalprobe.
Sie wurde von uns beteiligten unterschiedlich bewertet. Ich persönlich fand sie sie sehr gelungen. Wir waren an unseren Geschichten dran, hatten Spannung und Interaktion. Ich habe nur gleich anfangs einen Totalblackout gehabt und meinen Text nicht mehr weiter gewußt. Ich wurde dann von einer Kollegin gerettet. Das führt nun dazu, daß ich mir doch für heute Abend eine Karteikarte mit meinen Textanfängen mache - wahrscheinlich werde ich die niemals benutzen, aber deren Anwesenheit gibt mir ein gutes Gefühl, denke ich.

Mit diesem gestrigen Tag ist die Probenarbeit an dem Stück abgeschlossen. Jetzt müssen wir es vor Zuschauern machen. Und das ist nochmal ein Bestandteil der Aufführung, den wir nicht proben konnten. Und der doch so zentral ist, bei unserem Bühnenkonzept. Nun, wir werden sehen, wie das heute auf uns einwirken wird - bin sehr gespannt.

Tja, und damit endet dieser Blog. Es war mir eine Freude zu schreiben und eine wertvolle Erfahrung. Ich möchte mich für die Aufmerksamkeit bedanken und nun an dieser Stelle jetzt wohl verabschieden. Macht's alle gut, da draußen, und vielleicht sehen wir uns ja bei einer der Vorstellungen. Es wäre mir eine Ehre, das mit dieser Arbeit bewirkt zu haben.

Auf Wiedersehen.

Thomas Schrage

Mittwoch, 20. Februar 2008

Hauptprobe 2

Schon besser.
Heute waren wir alle konzentrierter, hatten die Kritik von gestern verinnerlicht und waren viel näher an einem wünschenswerten Ergebnis dran.
Natürlich fehlten heute wiederum ein paar Zuschauer - bei unserem Raumkonzept ist es einfach notwendig, da Leute drin sitzen zu haben. Aber es ging schon.

Wir haben diesmal direkt im Anschluß die Kritikrunde veranstaltet und ich war sozusagen "Kritik-König" - zu mir ist einfach überhaupt nichts gesagt worden. Naja, eine positive Hervorhebung dann doch...

Vormittags hatten wir noch die Probe von gestern reflektiert und gemeinsam eine Durchsprechprobe gemacht - wohl zum letzten Mal. Anschließend habe ich mir neue Kontaktlinsen geholt - Tageslinsen. Die brauchte ich noch dringend. Und nachmittags habe ich das Programmblatt fertig gestellt und schnell noch vor der Probe kopiert. Jetzt müssen wir es nur noch falten...

Morgen Abend die Generalprobe dann also. Dann sollen die Zuschauer mal kommen. Bin gespannt.

Hauptprobe 1

Gestern abend also die erste Hauptprobe. - Sie war bescheiden...
Ich war vom Ausruhen den ganzen Tag superentspannt und das hab ich auch in die Probe mit reingenommen. Sowas kann unter Umständen auch mal ganz gut sein, in diesem Fall ging es nach hinten los, weil ich nicht die nötige Kraft, Spannung und Größe für meine Figur aufgebracht habe.
Den andern erging es allerdings auch nicht besser. Zumindest haben wir alle gemeinsam die halbe Probe gebraucht, bis wir "angekommen" waren und es ganz gut lief.
Zu allem Überfluß hatten wir gestern drei Fotografen da, die alle ständig knipsten. Sie haben sich zwar bemüht, nicht zu stören, aber in den heutigen digitalen Zeiten macht jeder Fotograf noch mehr Bilder als früher schon, und so klickerte und klackerte es mehr oder weniger die ganze Zeit um uns herum.

Heute früh werden wir gemeinsam besprechen, wie die Probe zu beurteilen war, und am Abend kommt dann Hauptprobe 2. Bis dahin muß ich mir noch neues Haargel und neue Einmal-Kontaktlinsen zulegen - mit denen hatte ich vorher natürlich auch noch Probleme...

Montag, 18. Februar 2008

Montagmorgen.

Die letzten Tage bis zur Premiere.
In dieser letzten Woche nimmt, entgegen den landläufigen Vorstellungen, meisten der Stress ab. Die schlimmste Woche ist üblicherweise die vorletzte.

Heute haben wir am Montagmorgen - nach den üblichen Durcharbeitungen von Liedern und rhythmischen Passagen - einen lockeren, unangestrengten Durchlauf gemacht. Der war dann dem Wochenbeginn entsprechend sehr verwurschtelt und schlecht. Aber sowas muß es vor der Premiere ruhig auch nochmal geben. Nur nicht zu Selbstsicher in allem werden...

Heute abend können wir nicht proben, weil ein Chor in der Kirche ist. Morgen früh verzichten wir auch auf ein Treffen um uns für den Durchlauf am Abend zu schonen. Das ist ja schon die erste Hauptprobe - also ein Durchlauf mit allem. Quasi eine Generalprobe, ohne daß es die letzte vor der Premiere ist. Wir haben aber schon verabredet am Mittwoch früh die Kritik vom Vorabend durchzunehmen und alles andere zu machen, was dann noch ansteht.

Samstag, 16. Februar 2008

Besprechungen, Abläufe und Striche

Zwei heiße Tage hinter uns.
Gestern vormittag ist Axel zunächst seine Kritik-Notizen vom Vorabend mit uns durchgegangen. Wir haben uns seine grundsätzlichen und auch seine detailierten Anmerkungen angehört, haben dazu Stellung bezogen und versucht sie zu verinnerlichen.

Dann haben wir nochmals die komplizierten, choreographisch-musikalischen Stellen geprobt. Es hat dabei wieder starke Reibereien gegeben. An diesen kniffligen Stellen haben wir immer noch sehr zu knabbern.

Abends haben wir dann einen zweiten Durchlauf gemacht. Diesmal allerdings nicht unter den ganz strengen Originalbedingungen. Nur Licht und Ton waren dabei, da es da auch noch einige Korrekturen gegeben hatte und die Jungs sich auch immernoch darin einfinden müssen, mit uns zu "atmen". Für mich stellte dieser Durchlauf wieder eine Steigerung dar. Die Korrekturen vom Vormittag hatten absolut gefruchtet und das Ergebnis war wesentlich stingenter als noch zuvor.

Jetzt, so relativ kurz vor der Premiere, zieht das Niveau der Abläufe aber eigentlich bei jedem Theaterprojekt an.

Heute morgen haben wir dann Axels Kritik von gestern durchgesprochen. Dabei kam auch zur Sprache, daß vielleicht drei Striche notwendig sein werden d.h. daß wir an drei Stellen wohlmöglich Passagen raus nehmen sollten. Der Grund dafür ist, daß das Stück in den betreffenden Momenten etwas durchhängt und gestrafft werden muß. Wir haben alles notwendige abgesprochen - jetzt müssen wir beim nächsten Durchlauf am Montagmorgen sehen, ob das so funktioniert. Solche Striche sind immer ein wenig bedrückend, weil man sich wohlmöglich von liebgewordenen Passagen verabschieden muß. Aber frei nach dem Motto "kill your best friends" ist es manchmal einfach notwendig, etwas wegzulassen, wenn es der Gesamtheit dient, auch wenn das weh tut.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Entschiedene Schritte

Bin noch voller Eindrücke.
Heute morgen zum ersten Mal einige (wenige) Gäste bei der Probe. Das hat, wie erwartet, gleich eine neue Gesamtatmosphäre gebracht. Irgendwie spielt man anders, wenn man weiß, daß Leute zuhören, die noch gar nichts kennen.

Am Abend dann ein erster Durchlauf unter "Original"-Bedingungen d.h. mit Licht, Kostümen, Musik. Leider nicht ohne Unterbrechungen. Da gibt es einfach noch genug Unklarheiten im Ablauf. Öfters haben wir heute in die Runde geschaut und uns gefragt 'Wer ist dran?'.
Ich glaube, die meisten von den anderen waren eher wenig angetan vom Gesamtergebnis - zu viele Beliebigkeiten. Mich hat das heute jedoch sehr bestätigt. Ich bin ein Stück über mich hinaus gewachsen und fühlte mich schon ganz gut. Na, das wird auch nochmal anders werden. Axel meinte jedenfalls als Gesamteindruck sei ich noch nicht raumgreifend genug - und in den Anschlüssen an die Reden der Kollegen könnte ich noch deutlich knapper werden. Na, mal sehen. Morgen wollen wir vormittags erst mal ausführliche Kritik des heutigen Durchlaufs machen und alles durchsprechen, was sich Axel notiert hat.
Ich denke jedenfalls, bezogen auf das, was wir uns vorgenommen haben, sind wir auf einem guten Weg. Ob das , was wir uns vorgenommen haben, auch interessant ist für ein Publikum, hab ich schon längst zu beurteilen verlernt.

Mittwoch, 13. Februar 2008

neue Eindrücke

Heute sind wir nochmal - zur allgemeinen Überraschung - tatsächlich bis zum Stückende durchgekommen. Der Schluß gefällt mir - gegen Ende wird es etwas eng für mich (meine Figur) der man irgendwie nicht mehr so recht zuhören will und die mit (bereits erwähnter) Handzettelaktion eine Art Befreiungsschlag versucht. Bin mal gespannt, ob das andere ähnlich interessant finden.

Heute haben wir außerdem zum ersten Mal mit Technik geprobt. Das ist ganz wichtig, weil es meistens zunächst mal sehr zäh wird. Heute auch.
Wenn die Techniker zum ersten Mal Ton und Musik mitfahren und das Stück nur sehr bedingt kennen, haben sie verständlicherweise wenig Ahnung, was wann und wie kommen muß. Da brauch man dann immer ziemlich viel Geduld, um alles zu vermitteln, klare Zeichen zu verabreden und alle Fragen zu verunklären... Bei uns heute war es so - jetzt sollte aber zumindest für die Zweite Hälfte alles bekannt sein.
Für die Darsteller ist der erste Moment mit Originallicht auch immer interessant, weil man da nochmal ein ganz neues Gefühl für das Stück und seine Rolle bekommt. Leider war das heute jedoch nur die halbe Miete, weil man die Kirche nicht restlos verdunkeln kann und dementsprechend der wirkliche Lichteindruck nicht greifen konnte. Wir sind auf morgen Abend gespannt, wo das anders sein wird.
Außerdem sind wir auf morgen Vormittag gespannt, wo wir zum ersten Mal ein paar Gäste als "Testzuschauer" haben werden. Sind zwar nur drei aber immerhin. Doch davon morgen...