Mittwoch, 19. Dezember 2007

Vor der Pause

Jetzt ist mit der Probe gestern also der erste Block zu einem Ende gekommen.

Inhaltlich haben wir bis jetzt eine Menge begriffen, viele Phantasien für Szenen entwickelt - nun müssen wir es "nur" noch spielen. Ab dem 7. Januar dann...
Ich bin da sehr gespannt drauf. Wie gesagt, meine Figur bleibt immer ein wenig außen vor und ich denke es wird für das Entwickeln dieser Rolle sehr entscheidend sein, mit dem ganzen Körper und dem ganzen Raum zu agieren. Nicht daß es das für die anderen nicht wäre, aber die können sich noch an Geschichtchen und Anekdoten der Personen abarbeiten, Phantasien und Haltungen zu einer Biographie suchen. Ich kann das nicht, weil meine Figur keine Biographie hat - und innerhalb des Stückes eben auch eine ganz andere Position einnimmt.

Gestern, am letzten Tag haben wir unter anderem viel über die Struktur des Textes gesprochen. Dabei wurde mal wieder festgestellt, daß der Abend neben dem Anschneiden von vielen gesellschaftsrelevanten Fragen, auch unterhaltsam bleibt. Letztendlich ist die Anlage des Textes ja so etwas wie eine Nummernrevue. Der Inhalt der einzelnen Episoden ist tief. Die Form manchmal komisch (in jeder Hinsicht der Bedeutung dieses Wortes).

Wir haben außerdem festgestellt, daß die Aufführung - zumindest so, wie wir sie bislang anlegen wollen - mehrere Spielebenen hat. Zum einen ist da die psychologisch-reale Ebene der Figuren - also eine Spielebene, die so lebensecht und unvergrößert wie möglich sein will. Dann gibt es so etwas wie eine Kabarettebene - in der wird der Inhalt mehr mit Kunstfertigkeiten transportiert: Musik, Gesang, Sprechtechnik. Und schließlich gibt es noch so eine Art Traumebene der Figuren, in denen ihr psychologischer Zustand vergrößert dargestellt wird - sozusagen sich das Innerste nach außen kehrt.
Diese drei Ebene wechseln sich fortwährend ab. Bleiben zwar getrennt von einander, kommen nebeneinander vor - werden sich aber als Eindruck durchdringen und hoffentlich gegenseitig beeinflussen.

Jetzt ist also Arbeitspause bis zum 7. Januar. Ab da Proben wir nicht mehr am Tisch sondern in unserem neu gefundenen Raum in Nippes.
Axel hat uns Schauspieler gebeten, bis dahin gut mit dem Textlernen fortgeschritten zu sein, auf daß uns die Kramerei nach Worten im Hirn nicht mehr zu sehr beschränkt. Das wird also eine Aufgabe für die Ferien, zumindest das erste Drittel schon mal "drauf" zu haben. Ab da kann man ja dann sukzessive weiterlernen. Wir werden uns bemühen.
Bis dahin.

Ich wünsche allen ein frohes Feiern und ein gelungenes Hinübergleiten ins Jahr 2008. Dann sehen wir uns wieder.

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