Donnerstag, 13. Dezember 2007

Entscheidungen und Gewaltphantasien

In den letzten Tagen sind ein paar bedeutsame Entscheidungen gefallen, die die Probensituation bis zur Weihnachtspause betreffen:
- Da wir jetzt auch noch einen Krankheitsfall haben, werden wir auch die nächsten Tage mit Tischproben verbringen. Im neuen Jahr starten wir dann auch szenisch durch.
- Wir haben jetzt einen Raum gefunden, der beheizbar ist und uns die Möglichkeit gibt, nach der Weihnachtszeit zu probieren ohne daß uns die Ohren abfrieren. Das war vielleicht die wichtigste Aufgabe, die wir in den letzten Tagen erledigen mußten.
- Bis dahin, bleiben wir in der Küche, die wir in den letzten Tagen aufgesucht haben, sitzen.

Ansonsten haben wir heute nochmal viel über Inhalte diskutiert. Vor allem wieder über das Thema "Gewalt". Kein Wunder: Es ist ja nicht umsonst das Oberthema dieser Gesamtspielzeit von TheaterKonneX. (Es ist übrigens wirklich aus Zufall auch das Dekadenthema der Evangelischen Kirchengemeinde - und immerhin spielen wir in einer evangelischen Kirche.)
Dieses Thema ist aber zudem auch ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis dieses unseres Stückes. Die Personen darin berichten von ihrem Leben. Und unbemerkt bedeutet das: Gewalt in vielen Facetten. Gewalt umgibt sie - und somit uns: Im Fernsehen, in den Nachrichten, im Miteinander auf der Arbeit, in der Politik, im Privatleben. Man ist ständig mit Aspekten von Gewalt konfrontiert. Vielfach auch "nur" mit Gewalt im Kopf.
Wozu führt das? Was sind das für Auswirkungen, die sich im persönlichen Wesen, im Handeln, in Gesellschaftsstrukturen, in Erziehung, in Phantasien und Visionen und in Lebensgestaltung niederschlagen. (Bei der Verwendung von "schlagen" fällt mir noch ein: ...die sich in unserem Sprachgebrauch ausdrücken?)
Kann eine repressive Gesellschaft zu Amokläufen führen? Führen Terrorakte zu mehr Gewalt in der Gesellschaft? Zu Gewaltphantasien? Oder zu Gewaltspielen? Kann Gewalt zu Änderungen in der Gesellschaft führen? Ist unsere Staatsform gewalttätig? Kann man sich gegen gesellschaftliche Gewalt wehren? Muß Gewalt sein? Gibt es ein Leben ohne Gewalt?

Die 5 Figuren in unserem Stück - alles recht "normale" Menschen - erleben in sich, an sich und mit sich Gewalt. Jede auf eine andere Art - jeder geht damit auf andere Art um. Sind sie sich darüber bewußt? Machen Sie sich Gedanken, wie groß die Tragweite von der Gewalt ist, die sie leben oder erleben? Handeln sie dann also Gesellschaftskonform - oder etwa Umstürzlerisch?

Viele Fragen, die aufzuwerfen sich das Stück - und damit wir - zum Ziel gemacht hat .

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