Langsam wird es anstrengend. Für mich und meine Figur, die dem Stück ja sozusagen dazuerfunden ist, kommen jetzt die Zeiten, wo es ernst wird. Das meine ich sowohl, was den Verlauf der Figur im Stück betrifft. Das meine ich aber auch, was das Erarbeiten der Rolle von mir als Schauspieler betrifft. Die Arbeitsaufträge, die ich von Axel bekomme, sind oft genau entgegengesetzt. Zuletzt haben wir versucht dem Charakter eine sakrale, feierliche Art zu geben. Heute kam die Dereketive, es mit intelektuellem, schlankem Witz zu versuchen. Letztendlich soll es vor allem darauf hinaus laufen, daß ich ständig die ganze Runde im Griff halten muß und mit aktivierender Energie auftrete.
Ansonsten ist der gesamten Arbeitsatmosphäre anzumerken, daß wir immer weiter vordringen, uns der Premiere nähern und die interne Gruppendynamik arbeitet. Wir sind als probendes Ensemble mittlerweile in eine Phase eingetreten, wo wir hart mit- und aneinader arbeiten und die Ausenandersetzungen ernster werden. Nach einer Phase der Anfangseuphorie ist das eigentlich immer so. Resultat ist, daß die Proben intensiver, tiefer werden (man versteht ja auch die eigene Rolle und die Abläufe des Stücks immer besser) - aber auch daß die Proben anstrengender werden. Damit das Ergebnis gut wird, ist diese Mühe aber angebracht.
Dienstag, 22. Januar 2008
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