Unser Raum macht sich bezahlt. Momentan ist es sogar so, daß wir eher das Gefühl haben, es sein manchmal zu warm...
Es fällt mir schwer zu beschreiben, was zur Zeit so passiert. Wir arbeiten uns Stück für Stück durch die Texte und versuchen uns und unsere Gegenüber zu erfassen.
Dabei spielen Gespräche über die Thematiken immer noch eine große Rolle. Das wird auch sicher noch eine ganze Weile so bleiben. Es ist halt kein Stück mit einer fortlaufenden Handlung, geschlossenen Szenen oder klar umrissenen Abläufen. Unsere Grundspielsituation ist zwar sehr griffig, aber wir müssen trotzdem lernen, sie zu beleben und uns mit unseren Textpassagen dort einzufinden. Das ist nicht einfach, zumal die Sprache, die Mark Becker benutzt nicht immer alltagstauglich ist und man lernen muß, sie zu beleben.
Auch die Inhalte von dem, was wir von uns geben sind nicht immer leicht zu erfassen. Unsere Aufgabe in der Vorbereitung auf eine Aufführung ist ja aber nun mal, sie zu verstehen (oder zumindest ein Verständnis davon zu bekommen) und das dem Zuschauer zu präsentieren. Ergo muß man versuchen, darin einzutauchen. Das braucht halt Zeit.
Zum Beispiel über den Attentäter Theodore Kaczynski - der im Stück ja immer wieder Erwähnung findet - haben wir dann heute auch noch mal in einem Zusammenhang gesprochen. Und erneut darüber, was ein Amokläufer ist und vor allem: ob er einer war. Nein, ist die Meinung. Denn ein Amokläufer begeht doch eine impulsive Tat. Die kann auch lange geplant sein, muß es aber nicht - und ist (wie vormals schon irgendwann mal erwähnt) eine eher ruckartige, meist verzweifelte Auseinandersetzung mit der Umwelt. Ein Attentäter dagegen plant immer, hat meist auch ein nach außen gerichtetes, höheres Ziel und will in der Regel etwas bewirken, was über Zerstörung und Selbstbezogenheit hinaus geht. Ich glaube auch, ein Amokläufer tritt grundsätzlich alleine auf.
Aber kann man all das wirklich so pauschal sagen?
Schwierig.
Falls jemand da draußen noch einen guten Vorschlag hat, kann das ja ruhig geäußert werden.
Mittwoch, 9. Januar 2008
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