Freitag, 11. Januar 2008

Teamarbeit

Heute war die Probe nur recht kurz, weil sowohl Verena als auch ich am Abend Vorstellungen hatten und man zur Krafteinteilung uns da nicht so lange bei der Probe behalten sollte.

Ansonsten wurde kräftig weitergearbeitet - wir haben mal die ersten Teile, die wir bereits haben im Zusammenhang gespielt und so einen ersten Eindruck bekommen, wie das abläuft, wie wir als Team ineinandergreifen.
Anschließend haben wir uns dem nächsten Abschnitt zugewendet. So in dieser Art - so häppchenweise - wird es jetzt immer weitergehen, bis wir mal ein größeres Stück oder sogar das ganze zusammensetzten können.

Aus gegeben Anlaß haben wir heute nochmal über unsere Gruppenstruktur geredet. Es ist schon etwas Erwähnenswertes, in einem Team zu arbeiten, das gemeinschaftlich verantwortlich ist. Es ist ein Witz, daß viele freie Ensembles und Theater die Strukturen der Stadttheater kopieren, den Künstlern jedwedes Recht an der eigenen Arbeit abnehmen - dafür aber nicht annähernd die Honorare zahlen können, die diese Schöpfungen eigentlich wert sind. Ein Schauspieler, der eh schon nicht viel verdient und dann obendrein noch die Autorenschaft an der eigenen Arbeit abtritt, hat unterm Strich nicht viel, an dem er festhalten und sich drauf berufen kann. Und an wen überhaupt abtritt? An ein Theater, das nicht ordentlich bezahlt? An den Regisseur, der Dinge zwar von außen beurteilt aber ja doch nicht Herr aller Dinge ist?
Reeller ist da schon das, was wir betreiben: Das gesamte Ensemble ist gleichberechtigt, behält Urheberrechte am Erschaffenen, jeder die Kontrolle über sein Werk - aber man muß auch alles gemeinsam entscheiden und beschließen.

Das kann manchmal mühsam sein aber es schweißt andererseits auch zusammen.

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