Heute also der Start in unsere vorletzte Probenwoche. - Wenn ich das so lese und mir vergegenwärtige, daß das heißt, nur noch 14 Tage bis zur Premiere, wird mir schon etwas komisch zumute.
Um mal zu beschrieben, wie sich so ein Vorgang innerhalb einer Szene während des Probens verändert, erzähle ich jetzt mal einen beispielhaften Ablauf:
Während meiner letzten Textpassage soll ich aufstehen und mit dem Verteilen von Handzetteln beginnen.
Zunächst habe ich das ganz brav von meinem Platz aus gestartet und bin linksrum die Reihe abgeschritten und mehrmals rumgelaufen. - Dann hat Axel gesagt, ich solle doch besser nicht mehr so viel Unruhe in den Raum tragen, und lieber still und ruhig meine Zettel verteilen, wenn ich fertiggeredet habe. Ansonsten würde es zu sehr von den anderen Kollegen abgelenkt.
Beim nächsten Versuch habe ich mich bemüht, langsamer zu sein und landete bei Heinrich, genau als der seinen Text startete. - Axel meinte, ich solle doch sehen, daß ich an Heinrich vorbei sei, bevor der seinen Text beginne, da ich sonst zu sehr mit ihm in Dialog trete ohne daß das für das Stück etwas bringe.
Im nächsten Versuch kam ich bei Verene vorbei und wurde von ihr in ein Gespräch verwickelt. Worauf Michael uns wiederum seitwärts mit seinem Beitrag erwischte. - Axel meinte, ich solle doch sehen, daß ich an der Reihe weiter komme.
Dann habe ich mir im nächsten Versuch mal herausgenommen statt an der Reihe vorbeizuschreiten, direkt in der Mitte zu starten und von da aus genau auf Michael zu zugehen. Er war etwas irritiert, seinen Text mir ins Gesicht sagen zu müssen. - Axel meinte, daß das auch keinen Gewinn bringe. Ich solle sehen, daß ich bis zum Stückende ein mal rum komme und bei Verena lande und mit ihr zusammen gegen absoluten Schluß noch eine kleine Begenung spiele.
Das ist jetzt letzter Stand der Dinge.
Und all das bezieht sich nur auf ein paar einfache Dinge die Laufrichtung betreffend. Wenn man das jetzt auch noch auf Textarbeit überträgt und mal 5 Schauspieler nimmt, weiß man, was Axel die ganze Zeit tut und warum man so lange an einem Stück proben kann.
Montag, 11. Februar 2008
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