Wir arbeiten und arbeiten. Nach wie vor am nur Text und nur am Tisch sitzend.
Dieser erste Abschnitt ist ein sehr wichtiger Teil unserer Arbeitsweise. Wir klären grundlegend das Verständnis von Text, Stückkonstruktion und Rollenanlage. Dabei versuchen wir jedoch das nicht nur intellektuell und theoretisch zu erfassen. Einerseits werden zwar Fragen ausgeräumt, Probleme besprochen und Ideen erörtert - andererseit wollen wir uns beim Lesen bereits sinnlich nähern, ein Gefühl für die Atmosphäre und die Situationen bekommen.
Dabei machen wir alle höchst interessante erste Erfahrungen mit unseren Figuren und dem Text - lernen immer besser das Stück und auch uns gegenseitig kennen .
Apropos: gestern haben wir mal drüber nachsiniert, wieso das Stück eigentlich U.S.AmoK heißt. Genaugenommen haben wir versucht, den Bergriff "Amok" zu definieren. Wie muß man "Amok laufen" verstehen? Ist das eine Form von Widerstand?
Interessant fand ich den Ansatz, daß das Handeln von Amokläufern (also zumindest von denjenigen, die wir in unserm Land in letzter Zeit erlebt haben) eigentlich ein Übermaß an Anpassung sei. Aus dem Druck heraus, Normen zu erfüllen, aus dem Bemühen, jemand sein zu müssen, bricht sich ein Befreiungschlag Bahn, der mit einem Höchstmaß an Aufmerksamkeit und meißt mit dem eigenen Tod endet.
Donnerstag, 6. Dezember 2007
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