Gestern war Ivan, unser Ausstatter, da.
Wir haben alle mal grob skizziert, wie wir uns die Kostüme denken. In anderen Produktionen läuft das ja in der Regel so, das der Kostümbildner fertige Entwürfe vorlegt, die dann umgesetzt werden. Bei uns funktioniert mal wieder alles anders. Zunächst mal empfiehlt es sich bei diesem Stück nicht mit Entwürfen zu kommen, die dem Darsteller ein Kostüm quasi "überstülpen", ihm etwas Äußerliches gibt, was die Figur gestaltet. Vielmehr muß sich hier das Kostüm nach der Figur richten und von deren Persönlichkeit ausgehend, dieser unterstützend Form geben.
Puuh, das klingt jetzt kompliziert. Ist aber eigentlich ganz einfach: Es macht keinen Sinn, im Vorfeld zu planen, daß eine Figur aus dem Stück - sagen wir - Cowboystiefel und Lederjacke trägt, wir aber während der Arbeit feststellen, das sie viel weicher erscheint, als vormals erwartet, und so ein Outfit gar nicht zu ihr passt.
Da unsere Arbeitsweise sich ja ohnehin bemüht, ganz nah an den Menschen zu bleiben und keine theatralen Überhöhungen zu erschaffen, ist da natürlich ein gut passendes Kostüm von entscheidender Bedeutung.
Außerdem müssen wir mit unserem knappen Etat genau haushalten und gut planan, was wieso für wen wann angeschafft wird.
Jedenfalls haben wir da gestern erstmal gemainsam drüber gesprochen und so eine grobe Richtung für jeden anvisiert.
Heute waren wir dann einer weniger. Manchmal kommt es vor, daß ein Darsteller nicht zu einer Probe erscheinen kann. So auch heute.
Wir haben also, um produktiv zu bleiben, die Zeit genutzt und den gesamten Text, den wir bisher gearbeitet haben nochmal wiederholt. Dabei haben wir uns eine Arbeitsaufgabe gestellt - in dem Fall war es, auch mal die Inneren Monologe - die Texte die man als Darsteller denkt, aber nicht sagt - mitzusprechen. Für alle Beteiligten interessant, was da so mitschwingt und wie das neue Reaktionen auf einmal schafft.
Für mich war dieser Vormittag auch gut, um einen Überblick zu bekommen, wo meine Textkenntnisse gut und wo nur ausreichend sind. Jetzt weiß ich, was ich am Wochenende zu tun habe...
Samstag, 19. Januar 2008
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